AKTUELL

art bridge 12

Erwartungen/Beklentiler/Expectations

Gruppenausstellung

mit internationalen

Künstler-innen

19.9. - 3.10. 2017

Kunsthalle im Bezirksrathaus

Köln-Lindenthal

Aachener Str. 220

50931 Köln

Öffnungszeiten:

Di+Do+So : 11:00-17:30 Uhr

Mi+Fr : 15: 00-18:00 Uhr

Sonst nach Vereinbarung

 

art shopping

parallel zu der Gruppenausstellung ‘art bridge 12’

1.und 3. Oktober2017

von 11 bis 17:30 Uhr

Kunsthalle Lindenthal

Aachener Strasse 220

50931 Köln

 

Malerei, Fotografie, Plastiken, Skulpturen, Filzobjekte

 

Adem Yavuz

Anber Uluer

Asuman Efecan

Aydan Uğur Ünal

Belgin Şahin

Derya Bardakçı

Elif Onaran

Gülden Ünlüer

Ismail Beydili

Maren Bosbach

Murat Borovalı

Nuray Turan

Pınar Akarsu Tınç

Pınar Ervardar

Sibel Kasapoğlu

Sema Sevgen

Semra Tolunay

Sharon Ventura

Uta Göbel-Groß

Wendy Hack

Yakut Ayverdi

Zsuzsa Szvath

 

Zur Finissage der Ausstellung ‚art bridge 12’ laden wir Sie zum ‚art shopping’ in die Kunsthalle Lindenthal ein.

Eintritt ist frei.


2010 Frauenmuseum Bonn-'Moneta' Bonn

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MONETA
Frauen & Geld in Geschichte und Gegenwart

 

Nuray Turan
Hinter den Spiegeln

Von Spiegeln kann man viel lernen. Oder von der Art und Weise, wie in sie hineingeblickt wird. Das Spiegelbild prägt den Eindruck, den man von sich selbst hat, und ist dennoch trügerisch, da ein seitenverkehrtes Bild zurückgeworfen wird.
Im
Œuvre von Nuray Turan haben Spiegel einen besonderen Platz. In einer früheren Werkgruppe tauchen aus farbigen Schichten oder gemalten Stoffbahnen die Augen von Frauen auf. Der Rest des Gesichts ist nicht zu sehen. Dadurch bekommt allerdings der Blick eine besondere Intensität. Augen sind Spiegel der Seele, so heißt es.

Die Spiegel sind nun nicht mehr symbolisch in der Malerei vorhanden, sondern konkret. Sie dienen der Künstlerin als Malgrund, der mit Acrylfarbe bedeckt und nach dem Trocknen partienweise wieder frei gekratzt wird. Die jeweilige Formgebung erfolgt also in einem Negativ-Verfahren, das eine technische Eigenentwicklung der Künstlerin ist. In der jüngsten Serie dieser Spiegel-Bilder dominieren die Farben Weiß und Rot. In den Farben der türkischen Nationalflagge sind Frauennamen zu lesen, umrahmt von einer jeweils unterschiedlichen Anzahl stilisierter Tulpen – mit und ohne Stängel.

Die rechte Spiegelseite bedeckt jeweils eine große, rote Tulpe in „Nuray Turan - Form“, also als individuell stilisierte Blume, die wie ein zartes Gewebe durchbrochen erscheint. Die Struktur besteht allerdings nicht aus ornamentalen Formen, sondern aus den in die Farbe geschriebenen Namen – schier endlos wiederholt. Diese Wieder- und Wiederholung wirkt entgegen dem Vergessen: Die Namen gehören ausnahmslos berühmten, erfolgreichen und starken türkischen Frauen. Vergessen werden sollen nicht jene, die bereits verstorben sind, aber auch nicht jene, von denen in Deutschland noch kaum jemand gehört hat. Oder hören wollte.

Nuray Turan setzt hier einen Gegenakzent: Sie weist ausdrücklich auf die türkische Medizinerin, die Autorin, Unternehmerin, Kampfpilotin, Filmschauspielerin, Opernsängerin, Bankerin oder Wissenschaftlerin hin. Und macht damit jenen Mut, die den Schritt in die eigene berufliche Zukunft noch nicht machen konnten oder sogar wollten. Und plädiert für ein Türkeibild, in dem genau die starken Frauen eine entscheidende Rolle spielen. Dieses positive Bild kann man in den Spiegeln finden, im Lesen und Erinnern der bedeutenden Namen. Und überraschenderweise erkennt man dann in der spiegelnden Schrift nichts anderes als den eigenen Blick.

Dr. Romana Breuer

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nuray turan
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